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Dienstag, 23. August 2011

Herbsturlaub in Südtirol mit Kastanien in Lana

Stacheliger Herbstgenuss in LanaWenn der Sommer geht, dann kommen die Kastanien und das idyllische Lana in Südtirol feiert die köstliche Frucht gleich mit mehreren Festen. Zwischen Meran und Bozen liegt Lana mit seinen Nachbargemeinden Völlan, Tscherms, Gargazon und Burgstall am Tor zum Süden und sorgt mit seinen lauen Temperaturen auch im Herbst für ungetrübte Feierstimmung. Ganze drei Wochen dreht sich in Lana und Völlan alles um die Kastanie und wer die Köstlichkeit nicht nur genießen sondern auch ein wenig hinter die Kulissen blicken möchte, ist beim Event „Vom Baum in die Pfanne“ (18.10.11) gerade richtig. Der Kastanie auf der Spur ist der Südtiroler Kastanienerlebnisweg in Völlan und vermittelt neben der geschichtlichen Bedeutung der stacheligen Frucht vor allem auch deren Notwendigkeit für den Menschen als Grundnahrungsmittel in Notzeiten. Zehn Erlebniselemente dokumentieren den zweistündigen Wanderweg und ein „Riesen-Riggl“ aus der Werkstatt von Hermann Weiss ist das Highlight an einer der Stationen. Seit 20 Jahren fertigt der geschickte Bauer die traditionellen „Keschtnriggl“ aus Kastanienholz und Haselstaude in verschiedenen Größen, um beim Schälen der heißen „Keschtn“, wie die Kastanien in Völlan genannt werden, die Finger vor Brandblasen zu bewahren. Diese Methode ist sehr erfolgreich, denn bis zu 90 Prozent der Schalen werden so beseitigt. „Nur wenn die Kastanien zu wenig gebraten sind, klappt’s nicht so richtig“, schmunzelt der „Keschtnriggl“-Meister. Nach dem Braten im offenen Feuer werden die Kastanien direkt in den „Keschtnriggl“ geschüttet und so lange gerüttelt, bis sich die Schale löst und zerbröselt durch die Ritzen des Flechtkorbes herausfällt. Hermann Weiss zeigt beim „Keschtnriggl selber gmocht“ (04.11.11) in Völlan die traditionelle Herstellung des „Keschtnriggls“, damit jeder Besucher eines der Rüttelwerkzeuge sein eigen nennen kann. Kastanienbrot, Krapfen und Kastanienpüree sind die Hauptdarsteller bei den zahlreichen Festen rund um die Stachelfrucht: Das „Keschtnfestl“ in Völlan (16.10.11) und das traditionelle Törggelefest in Tisens (23.10.11) sorgen mit Schmankerln und Volksmusik für Gaumen- und Ohrenschmaus und wie sich die Kastanie mit dem Wein (22.10.11) verträgt, kann in Lana erforscht werden. „In die gute Stube“ bitten die Bäuerinnen in Grissian nach der Führung durch die Kastanienhaine und erklären die traditionelle Herstellung der Keschtnkrapfen, bevor diese auch verkostet werden können. Feinschmecker dürfen sich nach dem Wandern in Südtirol auf das Event der „Drei Burgen in einer Nacht“ (19.10.11) in Prissian freuen, wo mit einem nächtlichen Fackelzug die kulturellen und kulinarischen Überraschungen von Schloss Fahlburg, Schloss Wehrburg und Castel Katzenzungen erwandert werden. Ein viergängiges Kastanien-Degustationsmenü bildet den krönenden Abschluss des Abends. Die Sterneköchin Anna Matscher kocht gemeinsam mit vier weiteren Südtiroler Sterneköchen bei einem Galaabend auf Castel Katzenzungen rund um die köstliche Stachelfrucht auf. „Sterne, Schlösser, Almen“ (25.10.11) nennt sich der kulinarische Hochgenuss.

Kastanientage 2011 Lana und UmgebungKeschtnfeschtl – Völlan (16.10.11) • „Vom Baum in die Pfanne“ – Völlan (18.10.11) • „Drei Burgen in einer Nacht“ – Prissian (19.10.11) • Treffpunkt: Kastanien und Eigenbauweine – Lana (22.10.11) • traditionelles Törggelefest – Tisens (23.10.11) • „Sterne, Schlösser, Almen“ – Prissian (25.10.11) • „In die gute Stube“ – Grissian (27.10.11) • „An uralten Wegen“ – Lana (28.10.11) • „Von Hof zu Hof“ – Völlan (31.10.11) • Kastanie und Wein – Prissian (03.11.11) • „Keschtnriggl selber gmocht“ – Völlan (04.11.11)

Montag, 15. August 2011

Südtirolreise mit gutem Essen

Sie heißen Vinschger Palabir, Rittner Kloatze oder Kalterer Plent und es gibt sie nur für kurze Zeit im Jahr und in geringen Mengen: Südtirols Regionen besinnen sich auf ihre landwirtschaftlichen Raritäten und entdecken ihre heimischen Produkte neu. Mit frischen Rezepten werden alte Birnensorten, Polenta oder Latschenkiefer neu interpretiert und halten als Botschafter der alpin-mediterranen Küche Einzug in die gehobene Gastronomie Südtirols.
Die Vinschger Palabirne ist die älteste Birnensorte Südtirols. Reich an Vitamin C, Mineralien und Ballaststoffen ist sie ein wahrer Gesundmacher und wurde teilweise sogar als „Sommerapothekerbirne“ bezeichnet. Ende August ist die Palabirne reif und dann nur maximal zwei Wochen haltbar. Vom 9. bis 18. September 2011 feiert die Stadt Glurns ein Fest zu ihren Ehren. Während der Vinschger Palabiratage wird die alte Birnensorte auf der Bühne, auf Kulturwanderungen oder beim Schaukochen präsentiert. Auch Jörg Trafoier, Sternekoch im Restaurant Kuppelrain in Kastelbell, schwärmt von der Palabirne: „Aus meiner naturbelassenen Küche ist diese Frucht nicht mehr wegzudenken.“
Auf dem oberhalb von Bozen gelegenen Sonnenplateau Ritten dreht sich seit vergangenem Herbst ebenfalls alles um eine alte Birnensorte. Die Rittner Kloatze, eine Art getrocknete Birne, inspiriert die Gastronomie des Ritten. Bernhard Kostner, Chefkoch im Parkhotel Holzner, hat sie in verschiedensten Gerichten aufgenommen: vom Salatdressing über die typischen Schlutzkrapfen bis hin zu Käse und Chutney. „Die Rittner Kloatze ist eine Rarität und mittlerweile sogar eine geschützte Marke“, sagt Kostner stolz. „Hier am Ritten ist es eine alte Tradition, diese Birnensorte zu dörren und sie so zur Kloatze zu machen.“ Ihre Bäume gedeihen nur auf 700 bis 1.000 Metern Höhe und werden im Juli und August abgeerntet. Für die Dörrung der Kloatze ist ein besonders trockenes und sonniges Klima notwendig, wie es auf dem Ritten zu finden ist.
Treu geblieben sind die Südtiroler der Polenta, ein aus gelbem Maismehl zubereiteter Gries. Für Sternekoch Herbert Hintner vom Restaurant Zur Rose in Eppan ist der Plent „ein Produkt, das die Regionalität unserer Küche sehr gut widerspiegelt“ – wie zum Beispiel der Kalterer Plent. In Südtirols Stuben hat Polenta, süß oder abgeschmolzen mit Butter, einen ebenso festen Platz wie in den gehobenen Restaurantküchen, wo sie als Tomatenpolenta oder Steinpilzpolenta serviert wird.
Im Sarntal wird die Sarner Latsche nicht nur für die Kosmetikpflegeserie Trehs verwendet, auch Gourmets haben sie für ihre Gerichte entdeckt. Heinrich Schneider, Sternekoch des Auener Hof, zaubert ebenso wie Egon Heiss vom Hotel Bad Schörgau traditionelle und neue Köstlichkeiten aus Latschenkiefer. „Es hat einige Jahre gedauert, bis wir die richtige Abstimmung zwischen Harz, Wald, Frische und Säure gefunden haben“, resümiert Gregor Wenter vom Bad Schörgau. „Ein ganz einzigartig harzig-mediterraner Geschmack.“
Gut kombinierbar: Wandern Südtirol und dann gut essen!